Politics Of Love
#8 Resilienz
Diskurs
Oktober 18 | 19.00 Uhr
Festsaal | Online
5 € | LIVESTREAM KOSTENFREI
Auf Deutsch

Der Trendbegriff Resilienz meint die Fähigkeit, Krisen unbeschadet zu überstehen, gar gestärkt aus ihnen hervorzugehen. In der aktuellen Pandemie ist das resiliente Selbst gefragter denn je. Dabei gerät mit der Fokussierung individueller Widerstandskraft allzu oft aus dem Blick, dass die Bedingungen von Resilienz je nach gesellschaftlicher Positionierung sehr unterschiedliche sind. So sind es oft strukturelle Ungleichheiten, die Krisen bedingen, und die bekämpft anstatt ertragen werden sollten.

In diesem Gespräch richten wir einen kritischen Blick auf eine Gesellschaft, die Krisen als Antrieb ihrer Optimierung nutzt und sehen uns in diesem Zusammenhang auch die Rolle der Kultur an: Bieten die Künste geeignete Orte, um Widerstandskraft jenseits der Normierungen und Wachstumsnarrative der Dominanzgesellschaft zu trainieren? Vermag die Kultur in Corona-Zeiten gar einen Paradigmenwechsel hin zu einem transparenteren Umgang mit Verletzlichkeit einzuleiten? Oder ist gerade das Theater in seiner permanenten Krisenhaftigkeit an die positive Überhöhung von Risiko und Überforderung gebunden – und damit ein Ort, der resiliente Subjekte bevorzugt?

GÄSTE

STEFANIE Graefe ist Soziologin und forscht und lehrt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Zusammenhang von Subjektivität, Neoliberalismus, Arbeit und Gesundheit. Zuletzt erschien ihr Buch Resilienz im Krisenkapitalismus. Wider das Lob der Anpassung bei transcript.

Lann Hornscheidt arbeitet schreibend, vortragend und workshoppend zu Sprache und Gewalt, Lieben als politischem Handeln sowie Genderfreiheit und Genderismus aus intersektionaler Perspektive. Lann organisiert Veranstaltungen zum gesellschaftlichen Umgang mit Gewalt, leitet den diskriminierungskritischen Verlag w_orten & meer und publiziert Bücher und Artikel. Gerade erschien Wie schreibe ich divers? Wie spreche ich gendergerecht? Ein Praxis-Handbuch zu genderinklusiver und genderfreier Sprachveränderung (zs. mit Ja’n Sammla).

Azadeh Sharifi ist Theaterwissenschaftlerin am Institut für Theaterwissenschaft der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) München. Sie beschäftigt sich mit Theater und Migration, Postkolonialer Theorie und dekolonialen Praktiken im Theater sowie feministischen und intersektionalen Performances. Sie war u. a. Fellow am Internationalen Forschungskolleg Interweaving Performance Cultures an der FU Berlin und lehrt an der LMU München, HBK Braunschweig und Universität Wien. Zudem arbeitet sie kuratorisch im Theater, u. a. beim Augenblick Mal! Festival 2017 und Politik im Freien Theater München 2018. Sie ist Mitglied des Future Advisory Board (Fab) der Performance Studies international (PSi).

Moderation Franziska Werner Gäste Stefanie Graefe, Lann Hornscheidt, Azadeh Sharifi

Politics of Love ist eine Produktion der SOPHIENSÆLE. Medienpartner: taz. die tageszeitung.