Teresa Vittucci, Michael Turinsky + Claire Vivianne Sobottke
We Bodies
Tanz | Performance
Oktober 30 | 18.00 Uhr
Oktober 31 | 18.00 Uhr
Festsaal
15
/
10
Euro
Wenig bis keine Sprache

Die zentrale Figur von We Bodies ist das Monster: Es ist weder Tier noch Mensch, weder Mann noch Frau, weder natürlich noch künstlich. Es verkörpert Vielheit, ist nie ganz eindeutig und entzieht sich dadurch der gesellschaftlichen Praxis, Körper zu kategorisieren. Projektionen und Phantasmen auf ihre Körper erleben auch die drei Performer*innen Vittucci, Sobottke und Turinsky. Deshalb entwerfen sie eine Serie von Exorzismen, in denen sie popkulturelle Figuren und Phänomene, die besonderen Einfluss auf Kategorien von „normal“ oder „schön“ haben, ins Monströse verzerren. Während die konstruierte Idee einer natürlichen Ordnung in sich zusammenfällt, eröffnet sich die Möglichkeit, sich den eigenen Körper wiederanzueignen.

Hinweis Dank engmaschiger Tests auf SARS-CoV-2 kann das Gastspiel der 2019 entstandenen Produktion trotz Momenten physischer Nähe zwischen den Performer*innen auf der Bühne im Festival gezeigt werden.

Informationen zur Barrierefreiheit
Das Stück dauert etwa 90 Minuten. Während der Performance gibt es schnelle Lichtwechsel und laute Musik. Im Stück wird kaum bis gar nicht gesprochen. Stille im Publikum ist nicht obligatorisch. Bei Fragen oder für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an oder 030 27 89 00 35.

TERESA VITTUCCI ist Choreografin und Performerin. Sie absolvierte das Konservatorium in Wien, die Ailey School, die Salzburg Experimental Academy of Dance (SEAD) und machte ihren MA an der Hochschule der Künste Bern. Sie kollaboriert u.a. mit Nils A. Lange, Marie Caroline Hominal, Simone Aughterlony und Trajal Harrell. Teresa erhielt zahlreiche Stipendien sowie einen Anerkennungspreis der Stadt Zürich. Ihre Arbeiten U betta cry, Lunchtime, All Eyes On und Hate me, Tender werden national und international getourt. An den SOPHIENSÆLEN war sie innerhalb des Schwerpunktes Queer Darlings 2019 zuletzt mit All Eyes On und Hate me, Tender zu sehen. Für Hate me, Tender ist ihr 2019 der Schweizer Tanzpreis verliehen worden. 2019-2020 ist Teresa Young Associated Artist des Tanzhaus Zürich. www.teresavittucci.com

MICHAEL TURINSKY lebt und arbeitet als Choreograf, Performer und Theoretiker in Wien. Sein Interesse gilt zum einen der eingehenden Auseinandersetzung mit der spezifischen Phänomenologie des als „behindert“ markierten Körpers, dessen spezifischen In-der-Welt-seins, dessen Verhältnis zu Zeitlichkeit und Rhythmus, Affekt und Affektproduktion, Geschlecht und Sexualität, Sichtbarkeit und Undurchsichtigkeit; und zum anderen der rigorosen Auseinandersetzung mit Diskursen rund um die produktive Spannung zwischen Politik und Ästhetik. Als Performer kollaborierte er u.a. mit Bert Gstettner, Barbara Kraus, Legitimate Bodies/Robin Dingemans/Mick Bryson und Doris Uhlich. Zu seinen choreografischen Arbeiten zählen Heteronomous male, My body, your pleasure, Second Skin – Turn the beat around, Second Skin – Master of Ceremony, REVERBERATIONS. Seine Kollaboration Ravemachine mit Doris Uhlich erhielt 2017 den Nestroy-Spezialpreis. www.michaelturinsky.org

CLAIRE VIVIANNE SOBOTTKE versteht ihre Arbeit als Ort des Widerstands, der es erlaubt, Normen des Denkens und Sehens zu verändern. 2017 wurde sie von der Zeitschrift Tanz als „Hoffnungsträgerin des Tanzes“ ausgezeichnet und erhielt für ihr Solo strange songs den Fm4 Award des Wiener ImPulsTanz Festivals. 2017 initiierte und kuratierte sie an den SOPHIENSÆLEN Amazonas, eine interdisziplinäre Plattform zur Unterstützung und Vernetzung junger Berliner Künstlerinnen. Claire Vivianne Sobottke unterrichtet in verschiedenen Kontexten, unter anderem am PACT Zollverein in Essen, HZT Berlin, beim ImPulsTanz Festival in Wien und an der University of the Arts Helsinki. An den SOPHIENSÆLEN zeigte sie zuletzt gemeinsam mit Tian Rotteveel Golden Game (2014), in the woods (2016) im Rahmen des Witch Dance Project und gemeinsam mit Sheena McGrandles Bounty (2017).

TIAN ROTTEVEEL ist Komponist, Choreograf und Performer. Er studierte Musikkomposition am Koninklijk Conservatorium Den Haag (NL), Tanz an der SEAD (AU) und Choreografie am HZT Berlin. Besonders interessiert an Hybriden von Tanz und Musik, verknüpft er Bewegung und Sound als gleichwertige Kunstformen. Als Komponist schuf er Auftragswerke für z.B. das MAE Ensemble, Rosa Ensemble und das RIO Ensemble. Mit seinem Solo Soulsqueezing (2012) fand er erstmals in der Tanzszene Beachtung. Er arbeitete u.a. mit Jeanine Durning, David Zambrano, Jeremy Wade, Tino Sehgal, Martin Nachbar und Hermann Heisig und unterrichtet bei Tanzkompanien wie Meg Stuart/Damaged Goods, an Ausbildungsstätten für Tanz und auf Festivals. In den SOPHIENSÆLEN zeigte er zuletzt seine Choreografien Soulqueezing (2012), Golden Game (2015) und Heartcore (2016).

CHOREOGRAFIE, PERFORMANCE Teresa Vittucci, Michael Turinsky, Claire Vivianne Sobottke MUSIK Tian Rotteveel SZENOGRAFIE Anna Wohlgemuth, Lilli Unger TECHNISCHE LEITUNG, LICHT Lukas Sander KÜNSTLERISCHE MITARBEIT, OUTSIDE EYE Sheena McGrandles OUTSIDE EYE Marcel Bugiel, Rafał Pierzyński PRODUKTION groundworkers / Kira Koplin

Eine Koproduktion von OH DEAR und dem Verein für Philosophische Praxis, mit dem Tanzhaus Zürich, der Kaserne Basel und dem Arsenic Lausanne. In Kooperation mit dem Wildwuchs Festival und dem WUK Performing Arts, Wien. Das Gastspiel ist gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Unterstützt von Pro Helvetia, Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Kultur Stadt Wien und Migros-Kulturprozent. Mit herzlichem Dank an ImpulsTanz Festival, Flausen und Young artists in residency / theaterlabor Bielefeld. Medienpartner: taz. die tageszeitung.